Markterwartungen
Fachkräftemangel
Studie der VDI nachrichten
Die Studie der VDI hat ergeben, dass selbst in konjunkturschwachen Zeiten 42% der Unternehmen offene Positionen für Ingenieure zu besetzen haben. Die betrifft Betriebe mit unter 500 Arbeitnehmern stärker als größere Betriebe. Zum Vergleich waren es in den konjunkturstarken Zeiten Ende der 90er 64% der Unternehmen.
Dieser Ingenieurmangel führt zu erheblichen Rekrutierungsproblemen und weiterhin zur Einstellung weniger qualifizierter Bewerber. Insgesamt gibt es sowohl einen absoluten Mangel an Ingenieuren als auch einen Mangel an Berufserfahrung bei den Bewerbern. Vor allem fehlen Ingenieure in den Bereichen Forschung und Entwicklung und in der Konstruktion. Die Unternehmen geben als Hauptgründe fehlende Qualifizierung, fehlende Berufserfahrung sowie geringe Bewerberzahl an.
Für die Zukunft wird keine grundlegende Veränderung der Situation erwartet. Der Ingenieurmangel wird von 83% der Unternehmen in den nächsten 10 Jahren weiterhin angenommen, begründet mit der geringen Anzahl von Studienanfängern und dem gleichzeitig steigenden Bedarf an Ingenieuren. Aufgrund dieser Situation fordern Unternehmen eine stärkere Werbung für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge und sehen unter Anderem die Verkürzung der Studiendauer als eine Option zur Behebung des Mangels.
Mobilisation der Jugend
Der Bedarf an Ingenieuren kann in Zukunft nicht gedeckt werden und deshalb ist es besonders wichtig die Jugend für dieses Berufsfeld zu mobilisieren.
Werbung für Ingenieurwissenschaften
Die Situation der Ingenieurwissenschaften ist stagnierend, nur durchschnittlich 18% der Hochschulabsolventen haben einen ingenieurwissenschaftlichen Abschluss. Dabei sehen die Berufschancen für Ingenieurwissenschaftler besonders gut aus: Mehr als 90 Prozent der Ingenieure und Informatiker stehen 1 Jahr nach ihrem Abschluss in einem regulären Erwerbsverhältnis.
Jedoch kann der Bedarf der deutschen Industrie an hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren in absehbarer Zeit nicht mehr gedeckt werden. Daher stehen vor allem die Mobilisation von jungen Schulabgängern und deren Interesse an ingenieurwissenschaftlichen Berufen im Vordergrund.
Die Zahlen der Stellenmarktanalysen bestätigen einen stetigen Zuwachs an Stellenanzeigen für Ingenieure. Die steigende Nachfrage ist hauptsächlich auf drei Branchen zurückzuführen: Maschinen- und Anlagenbau, Bildungswesen und Elektrotechnik, wobei der Maschinenbau den größten Industriezweig in Deutschland darstellt.
Der Verlust an Attraktivität des ingenieurwissenschaftlichen Studiums muss in Zukunft durch Fördermöglichkeiten und Werbemaßnahmen kontinuierlich bekämpft werden. Außerdem sollten die Unternehmen selbst aktiv werden, beispielsweise an Schulen oder Universitäten. Somit kann ein Fachkräftemangel langfristig verhindert werden.
Frauen und Ingenieurwissenschaften
Die Zahlen der Ingenieurinnen und der Studienanfängerinnen sinkt jährlich. Hier erhalten sie Informationen zum aktuellen Stand der Frauen in der Welt der Ingenieure.
Mangelware IngenieurinnenDie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Frauenanteil in Ingenieurwissenschaften kontinuierlich sinkt, Frauen sind mit einem Anteil von 21% noch deutlich unterrepräsentiert. Im Bauingenieurwesen ist ein Rückgang von 13,7% und in der Elektrotechnik von 12,2% im Vergleich zum Jahr 2004 zu verzeichnen. In beiden Fällen zeigt sich bei den Frauen ein stärkerer Rückgang als bei den Männern. Auch im Bereich Maschinenbau ging der Frauenanteil um 7,7% zurück.
Gerade hier ist es demnach besonders wichtig, das Interesse für diese Berufsfelder zu wecken. Es gibt ein nicht genutztes Potenzial an jungen Frauen, die den modernen Anforderungen an Ingenieurtätigkeit in mancher Hinsicht näher kommen als diejenigen, die sich bislang für technische Studiengänge interessierten. Daher ist es entscheidend herauszufinden, woran dieses Desinteresse liegen könnte und diese Defizite zu bekämpfen um potenzielle Ingenieurinnen zum Studium zu motivieren und zu fördern.
Interessant ist auch, dass laut der Studie der VDI nachrichten weniger als ein Viertel aller Unternehmen eine stärkere Einbindung von weiblichen Arbeitnehmern in diesen Berufsfeldern als Option sehen als Reaktion auf den Ingenieurmangel.













