Mind Maps
Arbeiten mit Mind MapsMind Maps (Gedächtniskarten) sind ein beliebtes Mittel, um komplexe Zusammenhänge leicht verständlich und übersichtlich abzubilden. Hier sehen Sie, wie Sie die Vorteile von Mind Maps auch in Ihrem Lernverhalten nutzen können.
Denken und Erinnern
Was fällt Ihnen ein zum Thema "Rotkäppchen"? Wahrscheinlich kommen Ihnen Begriffe wie, Mädchen, Rotkäppchen, kranke Großmutter, Korb, Wald, Wolf, Bett, Fressen, Schlafen, Jäger, Steine, Brunnen, usw. in den Sinn.
Denn wenn jemand eine Geschichte beschreibt, oder von einem Ort oder Erlebnis berichtet, dann ruft sein Gehirn in dem Moment verschiedene Bilder, sogenannte Schlüsselwörter oder Stichwörter ab. Durch die einzelnen Schlüsselwörter erinnert sich der Erzähler an Erfahrungen und Empfindungen, die er dann beschreibt. Um aus diesen einzelnen Begriffen und Bildern ganze Sätze und Geschichten zu machen, fügt der Erzähler genauere Beschreibungen und Füllwörter hinzu.
Da wir es gewohnt sind Erzählungen in ganzen Sätzen zu hören oder lesen, denken viele, dass dies auch der beste Weg sei, um sich zu erinnern. Daher machen die meisten Menschen ihre Aufzeichnungen und Notizen in Form ganzer schriftlicher Sätze. Neue Erkenntnisse zeigen aber, dass bei diesen Aufzeichnungen 90% der Wörter für das Erinnern völlig unnötig und überflüssig sind.
Wie wir denken
Jeder Mensch hat zwei Hirnhälften. Die eine, meist die linke, ist für sogenanntes analytisches Denken zuständig. Hier werden Sprache, Logik, Zahlen und Fakten geordnet und verarbeitet. Die andere, meist die rechte, beinhaltet das bildliche Vorstellungsvermögen, das für Formen, Farben, Muster, Kreativität und Rhythmen zuständig ist.
Normale Notizen wie Mitschriften, Tabellen oder Listen nutzen nur die linke Gehirnhälfte. Um aber unser Gehirn optimal zu nutzen, sollten wir versuchen die Fähigkeiten beider Gehirnhälften einzusetzen. Gedächtniskarten sind dafür bestens geeignet.
Denken sichtbar machen
- Nehmen Sie ein möglichst unliniertes DIN-A4-Blatt (oder größer) zu Hand und legen es in Querformat vor sich hin.
- Nun malen, schreiben oder Zeichnen Sie in die Papiermitte Ihr Thema. Am besten eignet sich dafür ein selbstgestaltetes farbigen Bild. Denn "ein Bild sagt mehr als tausend Worte"; es regt das kreative Denken an und prägt sich im Gedächtnis besonders gut ein. Da Bilder stark mit Gefühlen verbunden sind, können wir uns diese besonders gut merken.
- Von diesen ersten Wort/Bild zeichnen Sie nun strahlenförming Linien (Hauptäste) nach außen. Auf jede Linie schreiben Sie ein Wort (Oberbegriff), dass Ihnen zu Ihrem Thema einfällt.
Diese Schlüsselwörter reichen für das Gehirn später aus um Erinnerungen auszulösen.
Sie können natürlich auch Bilder, Formen und Symbole auf die Linien zeichnen. So wird das ganze Gehirn angeregt und genutzt.
Jeder Hauptast sollten Sie möglichst in einer anderen Farbe darstellen. Dadurch wird die Karte übersichtlicher und Zusammenhänge lassen sich deutlich erkennen. - Von jedem Hauptast werden nun weitere Nebenäste mit weiteren Stichwörtern und Bildern erstellt.
Generell gilt:
Alles was zum Thema gehört wird festgehalten. Da unser Gehirn sprunghaft arbeitet wird auch die Karte so erstellt. Wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt, geht man an eine andere und kehrt später noch mal zu diesem Ast zurück. Jedes lange "Nachdenken" darüber, wohin Dinge gehören oder ob sie überhaupt wichtig sind, verlangsamt die Kreativität.
Einsatzmöglichkeiten von Gedächtniskarten
- Aufbereiten von Lernstoff und Lehrstoff
Gedanken bündeln und Übersicht verschaffen
ordnen, kürzen und strukturieren von Informationen, Büchern, Lernstoff und Wissen - Stoffsammlungen und Gliederungen
- Kreativitätsübung
- Finden und festhalten neuer Ideen
- Organisieren und Planung von z.B. Festen, Reisen und Terminen
- Einstieg in neue Themen
Gedanken, Ideen und Informationen zu einem neuen Thema spontan sammeln - Speicherung von Informationen
Mitschriften bei Besprechungen, bei Vorträgen, Referaten oder erstellen von Protokollen - Hilfsmittel zum freien Sprechen und Präsentieren bei Vorträgen oder Referaten
- Lernhilfe
Vorbereitung auf Prüfungen und Tests
- Das Thema oder die Grundidee wird schnell erfasst. Ein kurzer Blick auf die Karte genügt, um zu wissen worum es geht.
- Gedanken, Ideen oder Informationen jeder Art können eingebaut werden. Zusammenhänge werden sichtbar. Auch bei vielen Gedankensprüngen verliert man nicht den Überblick.
- Die Methode gleicht der Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Beide Hirnhälften arbeiten im ständigen Wechsel miteinander. Die Leistungsfähig wird dadurch erhöht.
- Erinnerungen und Wiederholungen fallen leichter.
- Jede Karte sieht anders aus und prägt sich dadurch besonders in Gedächtnis ein.
- Für eine Karte reicht meist ein Blatt Papier. Stichwörter, Symbole und Bilder bündeln alle Informationen. Das spart Zeit und man konzentriert sich auf das, was wichtig ist.
- Die Kreativität wird angeregt.
- Eine Gedächtniskarte zeigt Lücken. Man sieht sofort welche Gedanken gut und welche weniger gut entwickelt sind.
- Die Karte kann ständig erweitert werden.


















